Zeittafel zur Geschichte der Juden in Baden (Stadt & Bezirk)

© Copyright MMag. Elie Rosen

Foto 1:  Badener Synagoge vor 1938                                                                    Foto 2: Haupteingang Synagoge      Foto 3: Zerstörte Zeremonienhalle vor 1938

13. Jhdt. Judenansiedlung in Traiskirchen
17. Jhdt. bedeutende Judenansiedlung in Tribuswinkel mit Synagoge im heutigen "Sängerhof" und Beerdigungsstätte in der Au gegen Wienersdorf ("Judenfriedhof")
1683 Vertreibung der Juden aus Niederösterreich, Untergang der Tribuswinkler jüdischen Gemeinde
1799 Der Rat der Stadt Baden anerkennt das "Judentraiteur"-Gewerbe
1805 Isaac Schischa und Aaron Gellis, erste namentlich überlieferte Judentraiteure, erhalten die ganzjährige Aufenthaltsgenehmigung
1820 Heinrich Herz erhält die Bewilligung zur Errichtung eines koscheren Restaurants samt Betsaal in der Neugasse (Franz Josef-Ring 38)
1822 Heinrich Herz erhält als erster Jude das Heimatrecht in Baden
1839 Leopold Herz übersiedelt nach dem Tod seines Vaters Heinrich in die Wassergasse 14 wo er wiederum ein Bethaus (für 285 Personen) und ein koscheres Restaurant einrichtet.
1849 Leopold Herz ist es als erstem Juden gestattet Haus und Grundstück auf eigenen Namen zu kaufen. Er erwirbt das von ihm bezogene Haus Wassergasse 14.
1846 Errichtung der Hermann Todesco Stiftung für arme (israelitische und christliche) Badebedürftige in der Johannesgasse 11
1860  allgemeine Möglichkeit des Grunderwerbes für Juden
1868 staatsbürgerrechtliche Gleichstellung der Juden durch das Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger vom 21. Dezember 1867; Dr. Karl Landsteiner wird in Baden geboren; Gründung des Israelitischen Krankenunterstützungsvereines
1870 Ankauf der Liegenschaft Grabengasse 14 durch den Israelitischen Krankenunterstützungsverein.
1871 Gründung des Israeltischen Kultusvereines; Errichtung des ersten öffentlichen Bethauses auf dem Grundstück Grabengasse 14
1872/73 Bau der großen Synagoge durch Franz Breyer
1873 Max Reinhard wird als Max Goldmann in Baden geboren; Anlegung des jüdischen Friedhofes
1874 Gründung der Chewra Kadischa (Beerdigungsbruderschaft)
1878 Konstituierung der Israelitischen Cultusgemeinde Baden
1880 Wilhelm Reich wird Rabbiner in Baden; Wolf Kohn wird Rabbiner im Bethaus Wassergasse 14; Erwerb des Liegenschaft Wassergasse 14 samt Bethaus durch Albert und Emma Deutsch
1883 Zubau eines zweiten Stiegenhauses zur Synagoge; Theodor Herzl verbringt einen längeren Aufenthalt in Baden
1894 Erwerb des Grundstückes Grabengasse 12, in dem das Büro der Kultusgemeinde und Wohnungen für die Bediensteten untergebracht werden

1897 Erste Erweiterung des jüdischen Friedhofes
1904-06 Errichtung der großen Zeremonienhalle auf dem jüdischen Friedhof nach Entwürfen des bekannten Wiener Baurates Wilhelm Stiassny
1911 Errichtung der Synagoge in Bad Vöslau durch den Israeltischen Bethausverein Bad Vöslau
1913 Tod von Rabbiner Wolf Kohn, dessen Schwiegersohn Salomon Friedmann aus Deutschkreutz wird Rabbinatsassesor
1914-18 vermehrter Zuzug galizischer Juden, Einrichtung eines Beth Hamidrasches nach polnischen Ritus im Hause Grabengasse 12
1921 Eröffnung des jüdischen Waisenhauses durch den Verein Kriegswaisenfonds der Agudath Israel in der Germergasse 48
1923 Ankauf des Hauses Vöslauerstraße 31 durch die Kultusgemeinde zum Zwecke der Errichtung eines rituellen Bades (Mikwah)

1929 Oberrabbiner Prof. Wilhelm Reich verstirbt, Vakanz des Oberrabbinates
1931 Dr. Hartwig Naftali Carlebach aus Berlin wird zum Oberrabbiner bestellt.
1937 Schließung der weitbekannten koscheren Restauration "Rausnitz" in der Annagasse
1938 13. März Einmarsch der Nationalsozialisten, 1.871 Juden in Baden-Stadt gemeldet; Heinrich Fleischmann wird zum Leiter der Kultusgemeinde bestellt, Beginn der Umschulaktionen

Juli 1938 Oberrabbiner Dr. Carlebach verläßt mit seiner Familie Baden Richtung Litauen

November 1938 Sprengung der Zeremonienhalle unter Anleitung des SS-Mannes Rudolf Scheer; Zerstörung der Privatsynagoge in der Wassergasse 14

Ende 1938 Umsiedlung der noch verbliebenen Juden u.a. in die Witzmanngasse 1

1939 1. April: offiziell 21 Juden in Baden
1940 Auflösung der Israeltischen Cultusgemeinde Baden, Übertragung der Agenden an die Israelitische Kultusgemeinde Wien; Erwerb sämtlicher Liegenschaften der Kultusgemeinde Baden durch die Stadt Baden infolge "Kaufvertrages 4. Juni 1940", Verwendung der Synagoge durch den NSV
1941 Walter Posiles sowie Dr. Adolf und Malvine Schärf samt 4 Kindern überleben als U-Boote in Baden.
1946 Rudolf Starnberg wird zum öffentlichen Verwalter (für das Vermögen) der Israelitischen Cultusgemeinde Baden bestellt.
1947 Ludwig Reisz und seine Gattin Margarete geb. Lackenbacher sind unter den ersten Rückkehrern
1951 Ausdehnung des Sprengels der Israelitischen Kultusgemeinde Wien auf Niederösterreich und das nördliche Burgenland, de facto Auflösung der Israelitischen Cultusgemeinde Baden
1952 Vergleich zwischen der Stadt Baden und der Israelitischen Kultusgemeinde Wien vor der Rückstellungskommission beim LG für ZRS/ Restitution der Liegenschaften Grabengasse 12-14 sowie des jüdischen Friedhofes; erste G"ttesdienste in den Sommermonaten
1957 Gründung des Tempelvereines Baden
1963 Adaptierung des ehemaligen Sitzungssaales der Kultusgemeinde als Bethaus unter dem Obmann und Alt-Badener Ludwig Reisz
1979 KommR. Josef Leitner wird Präsident der Jüdischen Gemeinde
1988 Tod von KommR Josef Leitner, Diskussion über die Schließung des Bethauses; Organisation der Fortführung des Bethauses durch MMag Elie Rosen; Verhinderung des Abrisses der alten Synagoge durch eine Initiative um die Aktivisten Peter D. Eggenhofer, Georg Chaimowicz und Elie Rosen
1989 Renovierungsarbeiten im Betsaal in der Grabengasse 14; Erste Gespräche zwischen Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und des Jüdischen Synagogenvereines Baden mit der Stadt Baden und dem Land Niederösterreich betreffend Renovierung der Synagoge durch die öffentliche Hand
1989 - 91 Emigrationswelle sowjetischer Juden. Baden wird in den folgenden zwei Jahren Durchzugsstation größerer Gruppen von Emigranten
1999 Komplettsanierung des Bethauses unter Präsident MMag. Elie Rosen und Generalsekretärin Sophie Haber. Feierliche Wiedereröffnung durch den Ehrenpräsidenten des Synagogenvereines Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg; Erste Nachkriegs-Bar-Mitzwah Feier der Familie Malkiel; Daniel Fuchs folgt dem ins Ausland gehenden MMag. Elie Rosen als Synagogenvereinspräsident nach.

2001 130-Jahre Feier des Bethauses Baden

2002 MMag. Elie Rosen übernimmt nach seiner Rückkehr erneut die Leitung der Jüdischen Gemeinde. Arch. Dipl. Ing. Dr. Friedrich Fischer wird Vizepräsident.; April Wiederaufnahme der Gespräche hinsichtlich der Renovierung der Synagoge Baden; 21. Oktober: Pressekonferenz in der eine Einigung hinsichtlich der Finanzierung der Synagogenrenovierung zwischen Land, Stadt, der Israelitischen Kultusgemeinde und dem JSVB präsentiert wird.

2003 Nach umfangreichen Planungsarbeiten wurden die Bauleistungen für das Projekt im April 2003 öffentlich ausgeschrieben.

Am 16. September 2003 wurde der Generalunternehmervertrag mit der Dipl. Ing. Hugo Durst GmbH in Wien, einer Tochter der deutschen Hoch-Tief Bau, unterzeichnet.

2004 Die Bauarbeiten werden 15. April 2004 aufgenommen.

2005 Schließlich konnten die Arbeiten am 14. September abgeschlossen und das Gebäude 67 Jahre nach seiner Profanisierung wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben werden. Die feierliche Wiedereröffnung fand am 15. September 2005 statt.